Malawi

Ein vergessenes Land

 

English version see below.

Total Kilometer: 25’940 Kilometer
Totalzeit auf dem Rad: 1527 h
Land Kilometer: 1288 Kilometer
Tage: 46 Tage

Entlang der afrikanischen Hauptreiseroute

An der malawischen Grenze treffen wir eine Französin an und weil wir alle gleichzeitig beim Schalter aufkreuzen, sind die Beamten zu sehr gestresst. Darum verläuft dieser Grenzübergang etwas länger als üblich. Zuerst füllen wir zwei Formulare aus, geben die Pässe ab, dann etwa dreissig Minuten warten, bis wir die Visas haben. Das nächste Problem ist beim Zahlen. Ich habe die US-Dollar in der gefragten Menge (75.-), aber die anderen zwei haben nur grosse Noten. Wieder dreissig Minuten warten, bis das Rückgeld kommt. Bei der Französin wollen sie die fünf Dollar nicht zurück zahlen. Katerina hat anscheinend beobachtet, wie die Zöllnerin das Nötchen in ihre Tasche steckte. Das nennt man aktive Korruption! Chrystel (www.beethesolution.org) meint, sie könne warten bis sie gelb anlaufen, aber dieser Schein verschenke sie nicht.
Kurze Zeit später kommt der aussergewöhnlichste Radfahrer überhaupt uns entgegen. Ein Amerikaner will mit einem Faltboot alle grosse Seen in Malawi, Tanzanien und Kenya bepaddeln. Die Seen verbindet er mit dem Fahrrad. Dementsprechend ist er beladen. Nach meiner Meinung nach ist sein Anhänger überladen. Diese Reiseart ist ziemlich gefährlich, wegen Stürme auf den Seen (die Wellen können bis zu fünf Meter hoch werden), Krokodile und Flusspferde.
Von der Grenze geht es runter an den Malawisee. Alles ist sehr grün, viele Bäume, saftiges Gras, die Kinder rufen weniger Muzungus, dafür ohrenbetäubend Hallo und zwar solange bis man zurück Hallo ruft, manchmal auch etwas länger. Links ist der sattgrüne See, welcher bis zu 560 Kilometer lang ist, rechts die Berge. Wir sind überwältigt von dieser Schöhnheit. Fast so, wie in der Schweiz, Seen, Berge, Flüsse, saftiges Gras, manchmal Kühe mit Glocken und christliche Kirchen mit Gebimmel. Am Sonntag sehen wir die Leute mit der Bibel in der Hand zur Kirche laufen.
Unterwegs kommen uns immer wieder Motorräder entgegen. Ein Pärchen aus Lettland, sie reisen rund um die Welt. Ein Südafrikaner reist nach Norden bis Äthiopien. Andere, undfreundlichere, halten erst gar nicht an für einen Schwatz, dabei ist es üblich in Afrika an zu halten, um Infos aus zu tauschen. Was wichtig wäre: Strassenqualität, Banden, die ihr Unwesen treiben, Tse-Tse-Fliegen, Wetter, Leute allgemein, Terrain etc.

Livingstonia

Es hat viele Radfahrer entlang der Strasse, die kräftig in die Pedale treten, sodass wir sie nicht überholen, dafür ihr Windschatten ausnutzen können. Wenn es ein Auto hat, dann ist es sehr schnell. Wahrscheinlich hat der Fahrer das Gaspedal immer auf dem Bodenbrett liegend. Zu Gesicht bekommen wir nur Farmland, keine Industrien, keine Fabriken oder Shoppingzentren. Malawi scheint ein Farmland zu sein.
Am ersten Abend in Malawi campen wir direkt am See. Komisch ist, dass es etwa so heiss ist, wie am Meer in Tanzanien. Ich schaue auf den Höhenmesser: 500m, alles klar! In dieser Nacht sehe ich zum ersten Mal in Afrika die Milchstrasse.
Auf dem Gemüsemarkt gibt es nur Tomaten und Zwiebeln. Als Snack essen wir knusprige Mandazis und schlürfen einen kühlen Pfirsichsaft (importiert von Mozambik). Die Strasse verläuft ein paar Kilometer am Ufer. See, Flora und eine bezaubernde Hügellandschaft lassen uns das Atmen schwerfällig werden. Dann gehts zehn Kilometer rauf nach Livingstonia. Strasse kann man es nicht nennen. Zuerst Sand, dann übergrosse Steine und steil bis sehr steil. Ans Fahren kann man glatt vergessen. Zehn Kilometer das schwere Gefährt stossen, geile Sache!! Dann kommt noch eine unerträgliche Hitze hinzu, die uns die Sonnencrème wegschmilzt, sodass wir am Abend rote Ärme haben. Fast oben kommt ein Wasserfall, unter dem ich mich samt Kleidern und Schuhe stelle.
Das Mushroom Camp befindet sich an der Kante, mit einem ausgezeichneten Ausblick auf den Malawisee, Berge und das Land. Das Geschäft verrichtet man halbwegs im Freien mit Blick in den Wald. Die Dusche ist wohltuend. Strom wird erzeugt durch Solar, Wasser vom Bach. Ein super Ort!
Zusammen besteigen wir den Hausberg genannt Chombe, 1371m. Der Weg führt uns an einigen Häusern vorbei, viele verlassen oder noch nicht fertig gebaut. Einer, der mit Pfeil und Bogen Affen abschiesst und sie isst, erzählt uns von einem Engländer, der einige Häuser hier baute. Sozusagen als Charity. Auf dem Gipfel werden wir von einer grandiosen Aussicht auf den Malawisee und Landschaft entlöhnt. Zurück auf der Hauptstrasse essen wir in einem Restauran Ugali mit feiner Sauce. Anschliessend besuchen wir die atemberaubende Wasserfälle. An der Kante stehend, sehen wir wie das Wasser vor unseren Füssen vorbei fliesst und runter stürzt. Beim Nächsten können wir in einer Höhle durch den Wasserfall hindurch blinzeln. In einem Pool kühlen wir uns ab, samt Kleidern.

Nabenbruch

Die Höhe haltend holpern wir über eine Strasse, die im Bau ist. Landschaftlich sehr schön, vorbei an Hügeln, Bergen und Flüssen. Die Lastwagen beladen mit Kies brausen an uns vorbei mit einer staubigen Wolke hinterher, wir mit unseren verschwitzten Körpern mittendrin. Wir sind paniert!
Nach einer fast endlosen Rüttelei freuen wir uns wieder asphaltierte Strassen unter den Rädern zu haben und feiern dies mit Ananas und Mango.
Manche Nachtlager sind einfach ätzend. Wie jenes, welches zwar an einem schönen Örtchen an einem Flüsschen liegt, aber übersät mit Mücken. Der gekaufte Saft für das Birchermüesli hätte mit Wasser verdünnt werden müssen. Das Übelste wird noch zum Alptraum: meine Thermo-Rest-Matte löst sich innerlich auf. Die Blase wird von Tag zu Tag grösser. Wo kriege ich eine neue her, hier in Afrika?
Schilder hat es wie Bäume entlang der Strasse. Schilder, die andeuten, dass die ganze Welt Malawi hilft. US Aid, UK Aid, Donations von A-Z, etc. Sogar die Polizei wird von einer Hilfsorganisation unterstützt. Und wieder sehen wir viele Voluntäre. Kann sich das Land sich nicht selbst helfen, ich meine, ein klein wenig? DAS ist der Grund, dass alle Leute rufen “Give me money”, “Give me pen”! Sie sind es gewohnt, dass jeder Muzungu Geld in ihre Ärsche buttern und sie alles bekommen.
Nach einer erholsamen Nacht in Mzuzu geht es hügelig runter zurück zum grossen See, vorbei an Wäldern und kleinen Dörfern. Den Vizara Rubber Wald durchqueren wir und erhaschen einen Blick, wie sie das Erstprodukt des Gummis gewinnen. Sie ritzen Schlitze in die Baumrinde und sofort kommt der weissliche Saft raus und rinnt in den vorhergesehenen Behälter. Daraus wird Latex hergestellt. Um sechs Uhr morgens ritzen sie die Bäume, um siebzehn Uhr sammeln sie es ein. Zwei Tage später sind die Bäume reif für die nächste Lieferung.
Glück im Unglück, einen Kilometer vor einem Dorf blockiert Katerinas Hinterrad. Das Geräusch, das seit Tagen umhergeht, machte die Nabe und die Achse kaputt. Bei einem Strassenmechaniker lässt sie es reparieren. Neue Nabe und neue Ritzel für nur zehn Franken. Der Mechaniker arbeitet, zehn Männer und wir zwei sitzen im Halbkreis und schauen zu. Ab und zu gibt einer seinen Kommentar ab. Ein einbeiniger Mann, der sein Bein wegen einem Krokodil verlor, bettelt uns an.
In einem Stundenhotel logieren wir für 1.5 Dollar. Schmutzig, Spinnennetze, Dusche ohne Tür und im Klo hat es nur ein dreckiges Loch. Das Abendessen für 1.2 Dollar.

Abschied

Die Leute sind wie wir mit dem Rad unterwegs. Sei es zum Markt, zur Schule oder zur Arbeit. Hier hat niemand Geld für ein Auto, ein Bus gibt es seltener. Ein Wachmann verdient knappe 50 Dollar im Monat. In jedem Dorf trocknen sie tausende von Fischen und das jeden Tag aufs Neue. Ich denke, sie fangen viel zu viele oder gibt der See so viele her? Die Autofahrer hängen sie vorne auf die Kühlerhaube zum Trocknen oder weil sonst das gesamte Auto stinkt?
Weil das Campen im Kuti National Park zu teuer ist, schlagen wir unsers Zelt ausserhalb neben dem Zaun auf. Der Zaun dient als Aufhängevorrichtung für unser Duschsack.
Duschen tun wir jeden Abend. Das Wasser holen wir meistens von einer Wasserpumpe, die von verschiedenen Ländern gespendet worden ist. Ansonsten baden wir im Fluss oder im See. Apropo See, in afrikanischen Seen und Stillgewässer treten Billharziosa auf. Das sind Würmer, die in den Körper gelangen, sobald man das Wasser betritt.

Lese den Bericht über Malaria

Morgen früh gehen wir auf Pirsch. Radelnd fahren wir durch den gesamten Park. Dank der Regensaison ist das Gras sehr hoch gewachsen. Sehen wir darum keine Tiere?
Plötzlich nach einer Kurve sehen wir fünf Zebras und weiter vorne den einzigen Giraffen im ganzen Park. Die Tiere laufen nicht weg, so wie in den Pärken in Uganda und Kenya. Im Gegenteil, der Giraffe marschiert in unsere Richtung und schreckt zurück bei der anlaufenden Kettensäge in der Ferne. Desweiteren sehen wir Warzenschweine, verschiedene Arten von Antilopen, Affen und Wildebeest (Gnus).
Der weitere Reiseverlauf führt uns mitten durch eine Moorlandschaft, dabei erspähen wir viele bunte Vögel, u.a. ein Adler und ein lustiger Vogel mit sehr langen Federn hinten. Einem sandigen Weg direkt entlang dem See folgend pedalen wir durch Fischerdörfer. Ein paar Hütten sehen ähnlich aus wie die Rundhütten in Uganda. Sandiger, holpriger Weg. Einmal mussten wir einen Fluss ohne Brücke überqueren.
Die Leute wollen immer mehr Geld haben, als der übliche Preis. Aber wir sind ja nicht blöd und kennen die Preise. Ein Coca-Cola kostet dreissig Rappen, eine Avocado sechs Rappen.
Bis Cape Maclear schnaufen wir abnormale Steigungen hoch, sodass ich mein Stahlross stosse, weil ich nicht einen Carbon-Drive-Bruch riskieren will. Alles runter bis zur Bay, einkaufen und ab ins schönste Resort bzw. Camping von der ganzen Bay. Es hat viele Tiere, wie Affen, Monitor Lizards (eine mit nur einem Bein, weil der Hund eins abgebissen hat), Ziegen und Frösche. Der Besitzer ist Südafrikaner, hat vier Hunde, zwei Papageien, zwei Schildkröten und viele Wellensittiche.
Nach zehn Tage ununterbrochen unterwegs zu sein, spürt man es in den Beinen. Beide merken auch, dass unsere Zweisamkeit dem Ende entgegen geht. Gemeinsam geniessen wir die Minuten, baden, köcheln feine Sachen auf dem Optimus Kocher, den Pelz bräunen und unternehmen einen Segeltrip mit dem Katamaran. Diese sechs Wochen flogen viel zu
schnell vorbei, wir haben sehr viel erlebt und Katerina hat Lust nach mehr bekommen…

Malawisee

Alleine zurück gelassen, verweile ich weitere zwei Wochen in Cape Mclear in der Hoffnung, die Regensaison ist bald vorüber. Die Zeit nutze ich mit Berichte schreiben, verschiedene Wanderungen, Kayaken, schwimmen und das Schönste: Tauchen. Der Malawisee bietet die besten und schönsten Frischwasser-Tauchgänge auf der ganzen Welt an.
Es hat keine Korallen wie im Meer, aber Felsen, Höhlen, ein Wrack, Canyons und tausende von Tropenfische in allen Farben. Einer der Fische ist der Katzenfish (catfish).
Sie können bis zu einem Meter lang werden und buddeln grössere Aushebungen im Sand, um ihre Jungen vor Feinden zu schützen. Der absolute Favorit im Malawisee ist der Mouth Brooder (Maulbrüter). Falls Gefahr besteht beschützt das Weibchen mit voller Körpereinsatz ihre Jungen und nimmt gleichzeitig all ihre Jungen, 30-50, in ihr Maul auf.
Behält sie bis zu dreissig Minuten, bevor sie sie wieder ausspuckt. Auch das Sperma nimmt sie im Maul auf, um Kinder zu erzeugen (…). Nach sieben Tauchgängen habe ich noch nicht alles gesehen, aber das Reise Budget lässt grüssen, obwohl es viel günstiger ist, als auf Zanzibar. Es gibt zwei Tauch Basen in der Bay, aber nur eine ist gut und absolut professionell:

Cape Maclear Scuba

Liwonde Nat. Park

Lesend sitze ich im Pool im Liwonde National Park. Vor mir grasen zwei Elefanten in sicherer Entfernung. In weiter Ferne hat es Waterbucks, Antilopen und die Hippos grunzen unermüdlich. Um die Ecke kommen vier bullige Amerikaner. Der eine sagt: “Dich kenne ich doch!” Na klar, von unserem gemeinsamen “Halb”-Tauchgang im Malawisee. Halb, weil der Tauchmaster und er mich unter Wasser verloren haben. Der DM schwamm viel zu schnell und schaute nie zurück. Ich war froh, meinen Tauchcomputer dabei zu haben und nicht in Panik geraten war.
Das Wiedersehen ist herzlich. Alle vier arbeiten in Lilongwe im Baugeschäft eine Zeitlang, bevor sie an einen anderen Ort in der Welt stationiert werden. Einmal mehr führt Ben mir sein Spielzeug vor. Während der Bootssafari lässt er seine Drohne bis zu dreihundert Meter hoch steigen und kann so die besten Bilder von uns im Boot oder von den Wildtieren auf dem Land knipsen. Leider ist der Wasserstand, wegen der Regensaison, zu hoch, so findet kein Krokodil eine Sandbank, um sich uns zu zeigen. Auch auf  der Safari auf dem Land ist das Gras zu hoch und alle sechshundert Elefanten sind im grossen Park nicht auffindbar. Ausser ein etwas aggressiver Bulle kreuzt unser Weg und stellt seine Ohren nach hinten, ein Zeichen auf Angriff. Vor einiger Zeit fand eine Elefanten-Umsiedlung statt. Mehrere hundert Elefanten wurden in einen anderen Park abtransportiert, weil es zu viele gab. Ein kostspieliges Unterfangen.
Am Abend werde ich von den Jungs zu einem köstlichen BBQ eingeladen. Die Amerikaner wissen wie man schmaust!

Zomba und Mulanje Plateau

Nach nur einem Reisetag, sind meine Beine total im Eimer. Die Route, die ich gewählt habe ist zwar ausgezeichnet schön, aber sehr anstrengend. Der Anfang macht ein reissender Fluss, den ich überqueren muss. Dann einem hübschen Pfad entlang, bis ich mich in einem ausgetrocknenen Flussbett wiederfinde. Die andere Böschung ist so steil, sodass ich das ganze Gepäck ablade und alles einzel nach oben tragen muss. Desweiteren führt es mich über einen kleinen Hügel über faustgrosse Steine. Auch der lezte Anstieg auf den Kamm, der das Zomba Plateau verbindet, muss ich mein Gefährt etwa drei Kilometer stossen. Bei den mindestens 25% fühle ich das Gewicht der Last enorm.
Immer wieder setze ich eine Pause ein um zu verschnaufen. Der Schweiss strömt mehr als ich trinken kann.
Zomba ist ein kleines Städtchen, das früher als Hauptstadt diente. Früher als die Briten das Land kolonialisiert haben, bauten sie eine ganze Stadt im englischen Stil auf, was man gut an den Häusern erkennen kann. Viele zerfallen jedoch in sich zusammen, weil sie entweder nicht benutzt werden oder kein Geld vorhanden ist. Eine Turmuhr erinnert an die Kriege zwischen den Enländern und den Malawianern.
Nach zwei Ruhetagen bewandere ich das Zomba Plateau. Oberhalb vom Städtchen befindet sich eine fast ebene Fläche mit einem fast intakten Wald. Die Einheimischen nehmen leider keine Rücksicht und holzen ihn Stück für Stück ab für Brennholz oder die Zimmerei.
Geniessend atme ich den Duft der Nadelbäumen ein. Ich besuche den höchsten Gipfel und die Williams Falls. Beim wunderschönen Mulunguzi Stausee werde ich zu einem BBQ von Zomba-Leuten eingeladen, bevor ich mit der Sonne zurück ins Städtchen runter fahre.

Das Mulanje Massiv sehe ich schon von Zomba aus, somit ist es ein Katzensprung dahin. Da ich diesen Sommer der Schweiz fern bleibe zieht mich die malawische Bergwelt magisch an. In vier Tagen wandere ich von einer Hütte zur anderen, begleitet von einem jungen einheimischen Führer. Über den steilen Skyline Weg gelangen wir schnell an Höhe. Oberhalb von uns sehen wir das Transportseil, das für die Abholzung in den neunziger Jahren diente, bis die Regierung die Holzmörder stopte.
Während der letzten Gehstunde durchnässt uns ein heftiges Gewitter. In der Hütte angekommen, trockne ich all meine Kleider und schlüpfe in meinen warmen Kayak-Pullover. Als die Sonne hervor kommt, besuchen wir das Aufforstungscamp. In einer abbruchreifen Hütte hausen etwa zehn Leute. Jeden Tag von Montag bis Freitag pflanzen sie pro Tag zweitausend Bäume. Einer markiert die Stelle mit einem Zweig, der andere setzt den Jungbaum. Zurück in der Hütte köcherle ich im Cheminée ein feines Menü von Trek’n Eat.
Am zweiten Tag sehen wir schon die ersten illegalen Holzer, die die schon fertig geschabten Holzbretter ins Tal schleppen. Der Stärkere trägt drei, der Schwächere zwei Stück. Sie laufen barfuss oder mit total verlöcherten Turnschuhen und sie schwitzen mehr als in einer Sauna. Kurz vor der Hütte überqueren wir einen Bach. Zwei Stunden später, nach einem heftigen Gewitter, gehe ich zurück zum Bach. Wahnsinn, in kürzester Zeit schwoll das Bächlein zu einem reissenden Fluss an. Ein interessantes Naturschauspiel.
Am dritten Tag besteigen wir den höchsten Gipfel des gesamten Bergmassiv. Der Führer weiss “ungefähr” wo es lang geht, dennoch bin ich froh mit jemanden hoch zu steigen.
Im Jahr 2012 stieg eine Ägypterin alleine nach oben, verirrte sich im Nebel… ihre Leiche wurde nie gefunden.
Das Wetter ist auf unserer Seite, so haben wir einen schönen Rundblick auf Malawi und das angrenzende Mozambik. Der steile, steinige Weg nach oben scheint kurz zu sein, aber nebst den Beinen müssen wir unser ganzer Körper ins Spiel bringen. Es hat zwei Schlüsselstellen, die uns fast zur Umkehr zwingen. Auf den rutschigen Passagen habe ich echte Schwierigkeiten mit meinen lausigen, weichen Schuhprofilen. Rund um den Nachbargipfel zucken die Blitze. Eine Nebelbank schwebt zu uns hoch, wir kraxeln schneller…
Den Gipfelerfolg geniesse ich in vollen Zügen und bin erleichtert auf dem Sapitwa mit seinen 3002 Metern nach langer Zeit wieder einmal kalt zu haben. Nach nur 4.5 Stunden sind wir zurück in der Hütte, müde. Während ich meinen Schlaf nachhole, grilliert der Hüttenwart zwei gefangene Mäuse samt Haut, Knochen und Innereien. Igitt!
Am vierten Tag inhaliere ich nochmals die fantastische Bergwelt tief in meine Lungen und fülle meine Reserven. Unterwegs werden wir von Killer-Ameisen attackiert. Sie sind schwer ab zu schütteln, weil sie sich mit ihren sechs Beinen festkrallen. Man sagt die Elefanten haben keine Feinde. Falsch! Solche Krabeltiere können einen ausgewachsenen Elefanten töten. Beim Dziwe Wa Nkalamba Wasserfall nehmen wir ein erfrischendes Bad, waschen unsere viertägige Schweissschicht ab. Der Pool unterhalb des Falls sollte sechzig Meter tief sein.

Mitten durch riesige Teeplantagen gelange ich nach Blantyre wo ich meinen starken Muskelkater in den Beinen und Schulter für zwei Tage auskuriere. Einen Tag später stehe ich an der Grenze zu Mozambik.

Euer Stephan


English:

Along the main African route

Since we meet a Frenchwoman and we all show up at the counter at the same time, the officers are probably over-stressed. That’s why this border crossing runs a little longer than usual. First fill in two forms, hand in passports, then wait about thirty minutes for the visas to arrive. The next problem is paying. I have the US dollars in the requested amount (75.-), but the other two have only big marks. Wait another thirty minutes for the change to come. For the Frenchwoman, they do not want to pay back the five dollars. Katerina has apparently watched as the customs officer put the Nötchen in her pocket.
That’s called active corruption! Chrystel (www.beethesolution.org) says she can wait until they turn yellow, but she does not give it away.
A short time later, the most extraordinary cyclist ever comes to meet us. An American wants to paddle all the big lakes in Malawi, Tanzania and Kenya with a folding boat. He connects the lakes with his bicycle. Accordingly, he is loaded. In my opinion, his trailer is overloaded. This type of itinerary is quite dangerous, due to storms on the lakes (the waves can grow up to five meters high), crocodiles and hippos.
From the border, it goes down to the Lake Malawi. Everything is very green, lots of trees, lush grass, the children call less Muzungus, but deafening hello and until you call back Hello, sometimes a little longer. On the left is the lush green lake, which is up to 560 kilometers long, right the mountains. We are overwhelmed by this beauty. Almost as in Switzerland, lakes, mountains, rivers, lush grass, sometimes cows with bells and Christian churches with tinkling. On Sunday we see people walking to church with the Bible in their hands.
On the way, motorcycles keep coming back. A couple from Latvia, they travel around the world. A South African travels north to Ethiopia. Other, friendlier ones do not stop for a chat, it is common practice to stop in Africa to exchange information. What is important: Road quality, gangs that are up to no good, Tse-Tse-flies, weather, people in general, terrain etc.

Livingstonia

There are many cyclists along the road who pedal hard, so we can not overtake them, but can take advantage of their slipstream. If it has a car, then it is very fast. Probably the driver always has the gas pedal on the floorboard. We only get to see farmland, no industries, no factories or shopping centers. Malawi seems to be a farmland.
On the first evening in Malawi we camp right on the lake. Funny is that it is about as hot as the sea in Tanzania. I look at the altimeter: 500m, all right!
That night I see the Milky Way for the first time in Africa.
At the vegetable market there are only tomatoes and onions. As a snack we eat crunchy mandazis and sip a cool peach juice (imported from Mozambique). The road runs a few kilometers on the shore. Lake, flora and an enchanting hilly landscape make our breathing cumbersome. Then go ten kilometers up to Livingstonia. You can not call it a street. First sand, then oversized stones and steep to very steep. Driving is easy to forget. Ten kilometers hit the heavy vehicle, cool thing! Then comes an unbearable heat that melts away the sun cream, so we have red arms in the evening. Almost at the top comes a waterfall, under which I place myself with clothes and shoes.
The Mushroom Camp is located on the edge, with an excellent view of Lake Malawi, mountains and the countryside. The business is done halfway outdoors with a view of the forest. The shower is great. Electricity is generated by solar, water from the creek. A great place!
Together we climb the local mountain called Chombe, 1371m. The path leads past some houses, many abandoned or not yet finished. One who shoots and eats monkeys with a bow and arrow tells us about an Englishman who built some houses here. As a kind of charity. On the summit we are rewarded by a magnificent view of the Lake Malawi and landscape. Back on the main street we eat in a Restaurang Ugali with fine sauce. Afterwards we visit the breathtaking waterfalls. Standing on the edge, we see how the water flows past our feet and falls down. Next, we can blink in a cave through the waterfall. In a pool we cool off, including clothes.

Hubs break

Keeping up the height we bump over a road that is under construction. Very scenic, past hills, mountains and rivers. The trucks loaded with gravel roar past us with a dusty cloud behind, we with our sweaty bodies in the middle. We are breaded!
After an almost endless shaking we are happy again to have paved roads under the wheels and celebrate with pineapple and mango.
Some camps are just corrosive. Like that, which is located on a nice little village on a river, but littered with mosquitoes. The juice bought for the Birchermüesli should have been diluted with water. The worst is still a nightmare: my thermo-rest mat dissolves inside. The bladder gets bigger day by day. Where can I get a new one, here in Africa?
Signs are like trees along the street. Signs that indicate that the whole world is helping Malawi. US Aid, UK Aid, Donations from A-Z, etc. Even the police are supported by a relief organization. And again we see many volunteers. Can not the country help itself, I mean, a little bit? THAT is why all people call “Give me money”, “Give me pen”! They are used to every Muzungu buttering in their asses and getting them everything.
After a restful night in Mzuzu, it is hilly down to the big lake, past forests and small villages. We cross the Vizara Rubber forest and catch a glimpse of how they get the first product of the rubber. They carve slits in the tree bark and immediately the whitish juice comes out and runs into the foreseen container. This is made of latex. At six o’clock in the morning they scratch the trees, at five o’clock they collect it. Two days later, the trees are ready for the next delivery.
Lucky in misfortune, one kilometer in front of a village blocks Katerina’s rear wheel. The noise that has been going on for days ruined the hub and axle. She has a street mechanic repair her. New hub and new sprockets for only ten francs. The mechanic works, ten men and we two sit in a semicircle and watch. Every now and then one gives his comment. A one-legged man who lost his leg because of a crocodile begs us.
In a hotel of the hour we stay for 1.5 dollars. Dirty, spider webs, shower without a door and in the toilet it has only a dirty hole. The dinner for 1.2 dollars.

Farewell

People like us are cycling. Be it the market, school or work. Nobody has money for a car here, a bus is less common. A security guard earns close to $ 50 a month. In each village, they dry thousands of fish every day. I think they catch far too many or does the lake give so many? Drivers hang them on the front of the hood for drying or because otherwise the whole car stinks?
Because camping in Kuti National Park is too expensive, we pitch our tent outside next to the fence. The fence serves as a suspension device for our shower bag.
We do showers every night. Most of the water we get from a water pump donated by different countries. Otherwise, we bathe in the river or in the lake. Apropo lake, in African lakes and still waters Billharziosa occur. These are worms that enter the body as soon as you enter the water.

Read the report on malaria.

Tomorrow morning we go on stalking. Cycling we drive through the park. Thanks to the rainy season, the grass has grown very high. Do not we see any animals?
Suddenly, after a turn, we see five zebras and ahead the only giraffes in the park. The animals do not run away, as in the parks in Uganda and Kenya. On the contrary, the giraffe marches in our direction and recoils at the approaching chainsaw in the distance. We also see warthogs, various species of antelope, monkeys and wildebeest.
The further journey leads us right through a moor landscape, while we spy many colorful birds, u.a. an eagle and a funny bird with very long feathers behind. Following a sandy path directly along the lake we pedal through fishing villages. A few huts look similar to the round huts in Uganda. Sandy, bumpy path. Once we had to cross a river without a bridge.
People always want more money than the usual price. But we are not stupid and know the prices. A Coca-Cola costs thirty cents, an avocado six cents.
As far as Cape Maclear, we’ll be puffing up abnormal grades, pushing my steel steed because I do not want to risk a carbon drive break. Everything down to the Bay, shopping and off to the most beautiful resort or camping from the Bay. It has many animals, such as monkeys, monitor lizards (one with only one leg because the dog has bitten off one), goats and frogs. The owner is South African, has four dogs, two parrots, two turtles and many budgies.
After ten days of uninterrupted travel, you feel it in your legs. Both also notice that our togetherness is coming to an end. Together we enjoy the minutes, bathe, simmer fine things on the Optimus stove, tan the fur and take a sailing trip with the catamaran. These six weeks flew a lot
quickly over, we have experienced a lot and Katerina has the desire to get more …

Lake of Malawi

Left alone, I spend another two weeks in Cape Mclear, hoping the rainy season is over. The time I use with writing reports, various hikes, kayaking, swimming and the most beautiful: diving. Lake Malawi offers the best and most beautiful freshwater dives in the world.
It has no corals like the sea, but rocks, caves, a wreck, canyons and thousands of tropical fish in all colors. One of the fish is the catfish (catfish).
They can grow up to a meter long and dig up larger digs in the sand to protect their young from enemies. The absolute favorite in Lake Malawi is the Mouth Brooder. If at risk, the female fully protects her young and at the same time picks up all her cubs, 30-50, in her mouth.
Keep it up to thirty minutes before spitting it out again. Even the sperm takes them in the mouth to produce children (…). After seven dives, I have not seen everything yet, but the travel budget says hello, although it is much cheaper than on Zanzibar. There are two dive bases in the Bay, but only one is good and absolutely professional: Cape Maclear Scuba.

Liwonde Nat. park

Reading, I’m sitting in the pool in Liwonde National Park. In front of me, two elephants are grazing at a safe distance. In the distance there are waterbucks, antelopes and the hippos grunt tirelessly. Around the corner come four beefy Americans. One says: “I know you!” Of course, from our shared “half” dive in Lake Malawi. Half because the dive master and he lost me underwater. The DM swam far too fast and never looked back. I was glad to have my dive computer with me and did not panic.
The reunion is warm. All four work in the construction business in Lilongwe for a while before being stationed elsewhere in the world. Once more Ben shows me his toy. During the boating safari, he lets his drone rise up to three hundred meters and can take the best pictures of us in the boat or from the wild animals in the country. Unfortunately, because of the rainy season, the water level is too high so no crocodile will find a sandbank to show us. Even on the safari in the country, the grass is too high and all six hundred elephants can not be found in the large park. Except for a somewhat aggressive bull, our path crosses and puts his ears back, a sign of attack. Some time ago an elephant resettlement took place. Several hundred elephants were transported to another park because there were too many. A costly endeavor.
In the evening I am invited by the boys for a delicious BBQ. The Americans know how to cuddle!

Zomba and Mulanje plateau

After only one day’s travel, my legs are totally in the bucket. The route I chose is very nice, but very exhausting. The beginning is a torrential river that I have to cross. Then along a nice path until I find myself in a dry riverbed again. The other embankment is so steep that I have to unload all my luggage and carry everything upwards. Furthermore, it leads me over a small hill over fist-sized stones. Even the last ascent to the ridge that connects the Zomba Plateau, I have to push my vehicle about three kilometers. At least 25%, I feel the weight of the load enormously.
Again and again I take a break to catch my breath. The sweat flows more than I can drink.
Zomba is a small town that once served as the capital. Earlier, when the British colonized the country, they built a whole English-style town, which is easy to see in the houses. However, many collapse because they either are not used or there is no money. A clock tower commemorates the wars between the Enlands and the Malawians.
After two days of rest, I wander the Zomba Plateau. Above the town is an almost flat area with an almost intact forest. The locals take unfortunately no consideration and cut it off piece by piece for firewood or carpentry.
I enjoy the smell of the coniferous trees. I visit the highest peak and the Williams Falls. At the beautiful Mulunguzi Reservoir I am invited to a BBQ by Zomba people before I drive down to the town with the sun.

I already see the Mulanje massif from Zomba, so it is a stone’s throw away. Since I stay away from Switzerland this summer, the Malawian mountain world attracts me magically. In four days I walk from one hut to another, accompanied by a young local guide. Over the steep skyline path we quickly reach altitude. Above us, we see the transport rope that was used for deforestation in the 1990s, until the government stopped the wood killers.
During the last hour of walking we are soaked in a heavy thunderstorm. Arriving at the hut, I dry all my clothes and slip into my warm kayak sweater. When the sun comes out, we visit the reforestation camp. There are about ten people living in a demolished hut. Every day from Monday to Friday, they plant two thousand trees per day. One marks the spot with a branch, the other places the young tree. Back in the hut I quench a fine menu of Trek’n Eat in the fireplace.
On the second day we already see the first illegal wood workers dragging the already finished wooden boards into the valley. The stronger carries three, the weaker two. They walk barefoot or with totally oversized sneakers and they sweat more than in a sauna. Shortly before the hut we cross a stream. Two hours later, after a heavy thunderstorm, I go back to the stream. Madness, in no time the brook swelled to a raging river. An interesting natural spectacle.
On the third day we climb the highest peak of the entire massif. The guide knows “about” where to go, but I’m happy to go up with someone.

In 2012, an Egyptian climbed alone on her own, got lost in the fog … her body was never found.
The weather is on our side, so we have a beautiful view of Malawi and the adjacent Mozambique. The steep, stony path upwards seems to be short, but apart from the legs we have to bring our whole body into play. It has two key points that almost force us to turn back. On the slippery passages I have real difficulties with my lousy, soft shoe profiles. Around the neighboring summit twinkle the lightning. A fog bank floats up to us, we scramble faster …
I enjoy the summit success to the fullest and am relieved to be cold again on the Sapitwa with its 3002 meters after a long time. After only 4.5 hours we are back in the hut, tired. While I’m catching my sleep, the Guardian grills two trapped mice, including skin, bones, and guts. Yuck!
On the fourth day I inhale once again the fantastic mountains deep into my lungs and fill my reserves. On the way we are attacked by killer ants. They are hard to shake off because they are clinging with their six legs. They say the elephants have no enemies. Not correct! Such crabs can kill a full-grown elephant. At the Dziwe Wa Nkalamba waterfall we take a refreshing bath, washing off our four-day sweat layer. The pool below the falls should be sixty feet deep.

In the middle of huge tea plantations I reach Blantyre where I cure my strong sore muscles in the legs and shoulder for two days. One day later I am standing on the border to Mozambique.

Your Stephan