Djibouti

Djibouti

Ein unfreundliches Land

English version see below.

Total Kilometer:  20’269 Kilometer
Totalzeit auf dem Rad: 1126 h
Land Kilometer: 0 Kilometer
Tage: 3 Tage

Kontintenwechsel
Mein Projekt sieht eigentlich vor, kein Flugzeug zu nehmen. Als ich mit der Planung meiner Weltreise begonne habe, war das Land Yemen noch völlig intakt. Man konnte also ohne Probeme quer durch das Land reisen. Ebenso hat es eine Fähre gegeben, die einen Kontinenten den anderen verbindet. Doch seit 2015 ist alles anders.
Auf Facebook und einigen Segelschiff-Websites schalte ich ein Inserat auf, in dem ich ein Segelschiff suche, das mich von Salalah (Oman) nach Djibouti bringt. Im Web finde ich einige Informationen von Skippern und US-Patrouillen Schiffe. Es gibt zwei Möglichkeiten den Golf von Aden zu überqueren, mit einem hölzigen Handelsschiff oder mit einem privaten Segelschiff. Letzteres wäre das Geeigneteste, weil man besser organisieren kann, indem man mit dem Skipper spricht, was bei einem Notfall zu tun ist, falls man von Piraten angegriffen wird. Die Piraten sind also das Hauptproblem Nr. 1! Ein Handelschiff ist leichter im Hafen zu finden, jedoch beträgt die Wartezeit mehr als zwei Wochen.
Schlussenlich kommt mir das alles sehr ungeheuer vor. Piraten? Mehrere Wochen ein Schiff im Hafen suchen? 1000 Kilometer nach Salalah radeln, um am Schluss doch kein Boot zu finden? Hinzu kommt noch, dass ich einen „Termin“ in Kenia habe, der anfangs März sein wird. So entscheide ich mich mit schwerstem Herzen das Flugzeug zu nehmen.

Herzliches Willkommen
In letzter Minute, das heisst dank W-Lan auf dem Flughafen in Maskat, Oman, finde ich einen Couchsurfer in Djibouti, der mich abholt. Die Einreise in Djibouti verzögert sich bei den meisten Touristen (etwa 3!) um viele Minuten. Es nervt ziemlich, weil es schon nach Mitternacht ist und ich müde bin. Mein Gastgeber ist noch nicht da, so kann ich nicht beweisen, dass mich jemanden abholt bzw. beherbergt. Ich bitte einen Amerikaner mir seine Visitekarte zu geben, um schneller voran zu kommen. Da er auch noch seine ID geben muss, darf er die ganze Zeit auf mich warten bis ich wieder nach draussen darf. Schlussendlich empfängt mich mein Abholer, der wahrscheinlich anonym bleiben will, herzlich. Wir laden das gesamte Gepäck in den grossen Pick-up, der seinem Vater gehört. Auf der Fahrt zu ihm nach Hause gesteht er, dass er mich nicht beherbergen kann, jedoch mein Gepäck für die Nacht deponieren kann. Für eine halbe Nacht ein Hotel zu bezahlen geht gegen meine Würde. Somit klemme ich mein Zelt, Schlafsack und die Zeltunterlage unter den Arm und begebe mich zu Fuss auf den Weg nach einem Schlafplätzchen. Auf der Karte habe ich schon mal recherchiert. Der westliche Strand ist anscheinend streng bewacht von Securities, da er beliebt ist von Obdachlosen. Der Slum von Djibouti ist nicht weit vom Stadtzentrum entfernt. Für dieses Land ist dieses Elendsviertel vergleichsmässig zur Einwohnerzahl viel zu gross. Verwunderlich ist es nicht bei 60% Arbeitslosen. Das Land wird hauptsächlich von ausländischen Militärs bewirtschaftet. Es hat Stützpunkte von Amerikanern, Deutschen, Franzosen und zwei weiteren. Desweiteren sind einige Humanitäre Organisationen präsent, wie zum Beispiel Redcross oder UNICEF.

Unerwünscht
Westlich wird also alles bewacht, so gehe ich an den östlichen Strand. Direkt am Strand ist es zu offen und einige hören laute Musik. So suche ich im dunkeln nach einem Gebüsch auf der anderen Strassenseite. Ich will schon meine Schlafmatte aufblasen, als ein Mann über eine Mauer lehnt und mich auf französisch fragt, was ich hier will. Mit meinem Schulfranzösisch, das ich vor zwanzig Jahren gelernt habe antwortete ich, dass ich nur eine Nacht hier schlafen möchte. Ein Hauch von Unsicherheit schleicht mir durch den Kopf, auch weil er ziemlich sicher nicht fort geht. Weiter vorne finde ich auch keinen geeigneten Schlafplatz. Ich kehre wieder um und der Mann steht nun mit einer Flinte und einem zweiten Mann dort. Aha, also ein Wachtposten vom Militär. Ich mache mich aus dem Staub, doch nach einigen Metern werde ich von zwei Soldaten verfolgt und zwar solange bis ich vor einem kleinen Polizeihäuschen stehe. Die Soldaten reden auf die Polizisten ein, natürlich auf afrikanisch, so dass ich nichts verstehe. Von da an bin ich in Gewahrsam, im ersten Land von Afrika, das kann ja nur noch besser werden. Ich möchte hier nicht ins Detail gehen, es gibt schönere Dinge die ich von meiner Reise erzählen möchte. Kurz zusammengefasst, ich werde von einer Polizeistation zur anderen geschleppt, um am Schluss mein Innenzelt auf einer „Terrasse“ aufstellen zu können, neben drei Gefängniszellen mit Banditen, Räubern und Schlägern, darunter sind auch Kindern. Zum Glück habe ich mein Tablet dabei mit der Telefonnummer vom Warmshower. Er kommt am nächsten Tag zum Polizei Hauptposten, so freundlich wie er ist und wird zuallererst mal zwei Stunden verhört. Sie möchten sicher gehen, ob ich ein Spion, Terrorist oder nur ein normaler Tourist bin. Nach zehn Stunden lassen sie mich frei, jedoch ohne Pass. Sie werden ihn mir später geben oder erst am Flughafen nachdem sie mich dorthin eskortiert haben.

Nix wie weg hier
In einem teuren Hotel erhole ich mich von den Strapazen. Ich schaue in meinem Reiseführer nach, was in diesem Land zu entdecken gibt. Nebst einem Salzsee, Walhaien und sonstige Schnorchelausflüge gibt es hier nicht viel. Obendrein kommen die überteuren Preisen, die mich wie die schwüle Hitze auf Meereshöhe .
Von dem einzigen Warmshower in Djibouti, der mit seiner französischen Familie seit sechs Jahren hier wohnt und als Lehrer arbeitet, erzählt mir, dass die Äthiopische Grenze momentan zu ist für private Fahrzeuge, wegen politischen Unruhen. Da mein Fahrrad noch fest verpackt ist vom Überflug über den Golf von Aden buche ich gleich den Weiterflug nach Nairobi. Ja ich weiss schon, wieder ein Flug!! Aber wenn es nicht geht, gehts nicht ok? Darüber hinaus bin ich überhaupt nicht traurig das Land Äthiopien aus lassen zu müssen. Die Kinder dort sind die unfreundlichsten der Welt, die werfen Steine den Radlern nach, klauen alles und belästigen einem, indem sie Unfälle vortäuschen. Nino Trunz wird stolz auf mich sein.

 


English

 

Change of continent
My project really does not plan to take a plane. When I started planning my world trip, the country of Yemen was still completely intact. So you could travel without problems around the country. There has also been a ferry connecting one continent to the other. But since 2015 everything is different.
On Facebook and some sailing ship sites, I am running a listing where I am looking for a sailing ship that takes me from Salalah (Oman) to Djibouti. On the web I find some information from skippers and US patrol ships. There are two ways to cross the Gulf of Aden, with a wooden merchant ship or a private sailing ship. The latter would be the most appropriate because you can organize better by talking to the skipper, what to do in case of an emergency if you are attacked by pirates. The pirates are therefore the main problem No. 1! A merchant ship is apparently easier to find in the port, waiting for more than two weeks.
In the end, all this seems very monstrous to me. Pirates looking for a ship in the port for several weeks? 1000 kilometers to Salalah, to find no boat at the end? In addition, I have an „appointment“ in Kenya, which will be in the beginning of March. So I decide to take the plane with the hardest heart.

Welcome
At the last minute, that is thanks to W-Lan at the airport in Muscat, Oman, I find a Couchsurfer in Djibouti, who is picking me up. The entry into Djibouti is delayed by many minutes for most tourists (about 3!). It is quite annoying because it is already after midnight and I am tired. My host is not there yet, so I can not prove that I get picked up or accommodated someone. I ask an American to give me his buisness card to make progress. Since he also has to give his ID, he can wait for me all the time until I can go outside again. In the end, the Couchsurfer, who will probably remain anonymous, receives me warmly. We load the entire luggage into the big pick-up, which belongs to his father. On the journey to his home, he confesses that he can not harbor me, but can deposit my luggage for the night. For half a night to pay a hotel goes against my dignity. So I clamp my tent, sleeping bag and the tent under the arm and walk on the way to a sleeping place. On the map I have already researched. The western beach is apparently strictly guarded by Securities, as it is popular by the homeless. The slum of Djibouti is not far from the city center. For this country, this region is much too large compared to the population. Surprisingly, it is not at 60% unemployed. The country is mainly managed by foreign military forces.
It has bases from Americans, Germans, French and two others. There are also some humanitarian organizations, such as Redcross and UNICEF.

Undesirable
West is therefore guarded, so I go to the eastern beach. Right on the beach it is too open and some hear loud music. So I look in the dark for a bushes on the other side of the street. I want to blow up my sleeping-mattress when a man is leaning over a wall and asks me in French what I want here. With my school French, which I learned twenty years ago, I replied that I only want to sleep here for one night. A hint of uncertainty creeps through my head, also because he does not leave quite safely. I can not find a suitable sleeping place at the front. I turn back and the man is standing there with a gun and a second man. Aha, a guard post from the military. I’m getting out of the dust, but after a few meters, I’m being pursued by two soldiers, as long as I’m in front of a small police bureau. The soldiers are talking to the police, of course in African, so I do not understand. From then on, I am in custody, in the first country of Africa, that can only get better. I do not want to go into detail here, there are nicer things I would like to tell of my trip. In short, I am dragged from one station to another to finally put my inner tent on a „terrace“, next to three prison cells with bandits, robbers and bats, including children. Fortunately, I have my tablet with the number of the Couchsurfer. He comes to the police headquarters as friendly as he is and is first interrogated for two hours. They want to find out whether I am a spy, terrorist or just a normal tourist. After ten hours they released me, but without a passport. They will give it to me later, or only at the airport after escorting me there.

Nix as off here
In an expensive hotel I recover from the hardships. I look into my guide book for what is to be discovered in this country. Besides a salt lake, whale sharks and other snorkel excursions, there is not much. Additonal there are exorbitant prices, which make me the sultry heat at sea level just unbearable.
The only Warmshower in Djibouti, living with his French family for six years, working as a teacher, tells me that the Ethiopian border is currently closed for private vehicles, because of political unrest. Since my bike is still packed by the overflight over the Gulf of Aden I book the next flight to Nairobi. Yes I know again a flight! But if it is not, is not it ok? In addition, I am not at all sad to leave the country of Ethiopia. The children there are the most unfriendly in the world, they throw stones at the cyclists, steal everything and bother you by accusing accidents. Nino Trunz will be proud of me.

4 Kommentare

  1. Helmut Hartung

    Servus Stephan,
    lese grad von Hans Stahel Du seist nach Hause geflogen.
    Haben uns schon gewundert warum sich auf Deiner HP nichts mehr tut.
    Im Sommer sind wir Inn/Moldau und Elbe geradelt.Im Winter sind wir wieder
    6 Wo in VAE und Oman.
    Laß mal was von Dir hören.

    LG Helmut und Inge

    Antworten
  2. Hans Stahel

    Hoi Stefan
    Von wo und warum bist du denn nach Hause geflogen?

    Antworten
  3. Peter

    Oh je, das war wohl nichts. Hat dir der Couchsurfer wenigstens dein Gepäck gut aufbewahrt?

    Antworten
    1. Stephan Kistler (Beitrag Autor)

      Hoi Peter
      Ja der war sehr nett, hat mir enorm geholfen mit der Polizei Sache. Das Gepäck war auch gut versorgt.
      Lg Stephan

      Antworten

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