Armenien

Armenien

Tour zu verschiedenen Klöster

English version see below.


Total Kilometer: 16244 Kilometer
Totalzeit auf dem Rad: 904h
Land Kilometer: 644 Kilometer
Tage: 13 Tage

Erster Tag in Armenien

Frage nie den Zollbeamten, nach dem Grund warum man so lange warten musste (45min), bis ich meinen Einreisestempel in meinem Pass habe. Sie machen nur ihren Job. Im schlimmsten Fall dauert es noch länger oder die Einreise wird verweigert. In solchen Sachen, Zoll, Polizei, Militär, habe ich einiges gelernt auf dieser Reise. Frage nie nach dem Problem oder wie lange es noch dauert. Beantworte nur ihre Fragen und warte geduldig bis auf weiteres. Ich bin also gut gewappnet für die korruptesten Länder in Afrika.
Die Landschaft wird noch schöner als in Georgien, nun die Sonne kommt abwechslungsweise wieder mal raus. Bevor ich mein erstes Camp einrichte gebe ich einem durstigen Hirten etwas Wasser. Das Plätzchen befindet sich auf einer Anhöhe neben einem verwahrlosten Friedhof mit einer Rundsicht auf Getreidefelder, Berge und einem munzigen Dorf. Beim Eindunkeln köchle ich Pasta mit feinem Schinken.

Was man in nur einem Tag alles so erlebt

Morgens ist es bitterlich kalt, um die 5 Grad im Zelt. Nach einem rassigen Aufstieg, folgt eine längere Abfahrt runter nach Gyumri. Wlan check, Geld abheben, Essen einkaufen, und sch…
Entlang einem riesigen Wasser Reservoir fahre ich mehrheitlich abwärts. Das Gebirge liegt hinter mir, deutlich wärmer, kurze Hosen. Ein alter Panzer steht am Wegesrand, ausgerichtet zur Türkei. Beim Lunch bei einer Imbissbude, frage ich den Verkäufer, ob er es gut habe mit der Türkei. Oh nein, fuchsteufelswild wird er. Wäre ich auch.
Ich befinde mich nicht mehr auf 2000m sondern nur noch auf 1200m, die Landschaft wird kahler, trockener, nur noch Büsche, einzelne Bäume in den Dörfern, eine wüstenartige Landschaft. Krass finde ich, dass es einen Grenzzaun entlang der gesamten Grenze zwischen Armenien und der Türkei hat. Alle Grenzen sind geschlossen. Grund dafür sind politische Unruhen und wegen dem Gemetzel der Türken an die Armeniern im 1. Weltkrieg.
In Arteni fülle ich meine Wasserflaschen von einem Tanklastwagen auf, der in der ganzen Gegend herum fährt. Ein ukrainischer Fernfahrer duscht sich bei einem russischen Wassertank-Lastwagen. Warum die sich hier getroffen haben und was macht der Russe hier? Ich erfahre es später.
Bei einer fast eingerosteten Zapfsäule fötele ich einen uralten Mähdrescher, da kommt ein Mann und bittet mich herum. Er lädt mich und seine Freunde zu Wassermelone und Brot ein. Herrlich! Sie staunen über meine Reise und meine Totaldistanz von fast 16’000 Kilometern. Was ich denn mit Benzin anfangen will? Ich fülle meine Polaris Optifuel-Benzinflasche kostenlos auf. Nach dem Dorf finde ich ein entlegenes Plätzchen mit Sicht auf den Arteniberg, Mount Aragat (Yerewander Hausberg 4090m), der aber in Wolken verhüllt ist und auf den Mount Ararat (5137m), welcher komplett in der Türkei steht (früher gehörte er Armeniens).

Verschiedene Klöster

Die Autofahrer hupen am meisten in den Städten, was manchmal ohrenbetäubend ist. Entweder ich komme taub oder mit den Nerven am Ende nach Hause. Doch es gibt immer neue, oder spannende Sachen zu sehen, wo viele Leute leben. Wie zum Beispiel der Metzger, der auf dem Gehsteig einem Schaf das Fell über die Ohren zieht. Daneben in einem kleinen Gehege warten die erschrockenen, noch lebendigen Schafe auf ihren nutzlosen Tod. Daneben backen vier Frauen ultradünne armenische Brote in einer Bäckerei. Ich bekommen einen Probierhappen.
Bei dem berühmstesten Kloster Armeniens (Khor-Virap Kloster), das direkt vor der türkischen Grenze und dem schönen Mount Ararat liegt, treffe ich zwei Schweizer an, die auf christlicher Mission sind. Sie bauen Ausbildungshäuser in Yerewan, der Hauptstadt Armeniens. Es ist schön wieder mal Schweizerdeutsch zu sprechen.
Nun die Sache mit dem russischen Militär efahre ich am nächsten Morgen, als sie mich noch höflichst bitten mindestens 50 Meter Abstand zur Grenze ein zu halten. Man wird anscheinend zweimal gewarnt, beim dritten Mal wird scharf geschossen! Sie bewachen also die Armenische Grenze zur Türkei. Auch zur ihrer Aufgabe gehört das Bewachen des Luftraumes, da das armenische Militär nicht die benötigen finanziellen Mitteln haben für Kampfflugzeuge. Armenien ist nicht gut Kirschen essen mit der Türkei und Azerbaijan. Von verschiedenen Quellen erfahre ich, dass die Azerbaijanen sehr gefürchtet sind. Jeden Tag gibt es verletzte oder sogar Tote auf armenischer Seite. Azerbaijan will damit nur deuten: „Guten Morgen, Leute! Wir sind noch hier, vergesst uns ja nicht!“ Peng, und schon wieder fällt ein armenischer 18jähriger Soldat, der unbeholfen herum läuft tot um. Mit Iran und Russland haben sie gute Beziehungen, besonders Russland ist ein eng Verbündeter. Aus Iran kommt das Gas. Mit Georgien sind sie im Zwilicht, obwohl die Transferroute zum Schwarzen Meer enorm wichtig ist.
Durch verschiedene Obstplantagen führt es mich wieder zu höheren Gefielden zum nächsten Kloster. Ein Bauer schenkt mir ein paar Pfirsiche. Das Kloster Geghard befindet sich im Khosrov Reservat, wo es seltene Tier- und Pflanzenarten zu entdecken gibt. Es gefällt mir besonders, weil es uralt und dunkel ist, wie in einem mittelalterlichen Film.

Yerewan

In Yerewan (Hauptstadt) darf ich bei Viktoria wohnen, eine Freundin von unserer gemeinsamen Freundin Maryallash, die ich in Batumi, Georgien kennen gelernt habe. Sie arbeitet als Schauspielerin in einem Theater. Ihr Idol ist mein liebster Onkel Bernie Schürch, der mit zwei anderen das berühmte Theater Mummenschanz aufgezogen hat. Sie lebte 25 Jahren in der Schweiz, hat sich aber scheiden lassen, weil ihr Theater Dasein besser gefällt in Armenien, obwohl sie hier praktisch nichts verdient.
Während des Wartens auf besseres Wetter nütze ich die Zeit aus, um die Stadt an zu schauen und lerne weitere Dinge von Armenien kennen. Wie zum Beispie,l alle Polizisten tragen keine Waffen! Es wurde ihnen verboten, weil bei einer Massendemonstration Polizisten in die Menge geschossen haben und es mehrere Tote gegeben hat. Kaum zu glauben, in Armenien gibt es Speed-Kameras. Bei Missachtung der Höchstgeschwindigkeit wird man mit 5000 Dram (10 Euro) gebüsst. Auch die Fussgänger, die wie Hühner über die Strassen spazieren werden gebüsst. Bei einer Unterführung bieten sie die Green Card an. Das Freilos für die Vereinigten Staaten von Amerika. Die Cascade ist die interessanteste Sehenswürdigkeit der Stadt. Eine mit vielen Stufen hohe Bauart. Auf jeder Plattform sind Figuren und Statuen ausgestellt oder haben einen Springbrunnen geschmückt mit Pflanzen. Es wurde leider (noch) nicht fertig gebaut, weil sein Architekt gestorben ist und auch kein Investor zu finden ist.

Über die Berge zur Grenze Irans

Donnerstag, pünktlich um halb 10 Uhr finden sich drei Tourenfahrer ein. Ein Neuseeländer, ein Franzose und ein Schweizer. Gemeinsam fahren wir bedaurlicherweise nur einen Tag zusammen. Weil sie bergauf schneller sind als ich (weniger Gepäck) starte ich jeweils früher am Morgen und sehe sie dann trotz ihres schnellen Vorankommens den ganzen Tag nicht.
Es ist kalt, bewölkt. Ich sehe die Sonne bis Iran selten. Beim ersten Camp finde ich für uns wieder vereinten Reisenden, ein schönes Plätzchen in einem Garten. Wir werden mit Tschai (Schwarztee) und gedörrten Pfirsichen (irre gut!!) versorgt. Beim Eindunkeln kommt die Schweizerin Vittoria angeradelt. Wir haben uns schon vor dem iranischen Konsulat in Georgien getroffen. Sie kennnt mich, da sie Samstags im Transa Laden in Zürich gearbeitet hat und ich Stammkunde dort bin.
Insgesamt sind es vier Steigungen, die zum Teil brutal sind. Der erste fängt erst nach 70 Tageskilometern an, am Abend sind es dann 110Km. Der zweite fahre ich mit kurzen Hosen, aber 5Km vor der Passhöhe fegt der Wind über die Bergkämme und liess mich ziemlich viel anziehen. Oben herrscht meistens dickster Nebel, ausser beim Letzten. Da es am 4. Tag Schnee angesagt ist, kürzen wir die Strecke mit der längsten Seilbahn der Welt ab. Sie erleichtert uns einen steilen Abstieg und einen ebenso serpentinen Aufstieg zum Kloster von Tatev. Die Seilbahn ist natürlich Swiss-made. Durchgefroren von der vorherigen Abfahrt werde ich von Mutter und Tochter mit heissem Tee und in Zucker eingelegten Aprikosen auf gepäppelt. Die Tochter führt ein kleines Informationscenter mit Café, direkt neben der Station, Klosterseite. Die Dusche funktioniert leider nicht, so bekomme ich umsonst einen heissen Eimer voll Wasser und werde nach meinem Abendessen zu einem weiteren Menügang eingeladen. Mein Zelt, das zwar unter dem Dach liegt wird trotzdem nass, wegen dem ultradichten Nebel. Sicht, keine 10 Meter!
Am folgenden Tag darf ich doch noch einen Blick auf das Kloster von Tatev werfen, da die Wolken ein bisschen höher liegen. Auf einer einmal asphaltierten Strasse geht es etwa so langsam runter, wie wenn ich das Fahrrad stossen würde. Die Krämpfe in meinen Finger kann ich im richtigen Moment lockern, bei einer Einladung von zwei Armeniern. Stehend essen wir gemeinsam ihr mitgebrachtes Picknick.
Kapan ist ein elendiger Fleck, das wegen den umliegenden Kupferminen entstanden ist. Riesige Wohnblöcke mit unzähligen Wäscheleinen, die von einem hässlicheren Block zum Anderen durchhängen. Der letzte Pass geht nochmals über 2500 Meter hoch, bis ich direkt vor die iranische Grenze geschoben werde auf nur 500 M.ü.M. Diesmal distanziere ich mich auf mindestens 50 Metern von der Grenze entfernt. Ich schaue mich nochmals um, bevor ich von der Strasse weg schleiche zu meinem letzten Übernachtungsplatz in Armenien.


English:

First day in Armenia

Never ask the customs officials, after the reason why you had to wait so long (45min), until I have my entry stamp in my passport. They just do their job. In the worst case, it takes longer or the entry is denied. In such matters, customs, police, military, I have learned a lot on this trip. Never ask about the problem or how long it will take. Just answer their questions and wait patiently until further notice. So I am well prepared for the most corrupt countries in Africa. The landscape is even more beautiful than in Georgia, now the sun comes alternately again. Before I set up my first camp, I give some water to a thirsty shepherd. The place is located on a hillside next to a neglected cemetery with a panoramic view of cornfields, mountains and a bizarre village. When it got dark, I am simmering pasta with fine ham.

What you experienced in just one day everything

In the morning it is bitterly cold to the 5 degrees in the tent. After a great ascent, follow a long descent to Gyumri. Wlan check, cash withdraw, food shopping, and sh…
Along a huge water reservoir I ride mainly downhill. The mountains are behind me, much warmer, short pants. An old tank stands at the edge of the road, aligned with Turkey. At lunch at a snack bar, I ask the salesman if he is good with Turkey. Oh, no, he turns to be furious.
I am no longer at 2000m, but only at 1200m, the landscape becomes more bare, drier, only bushes, individual trees in the villages, a desolate landscape. It is strange there is a border fence along the entire border between Armenia and Turkey. All borders are closed. The reason for this is political unrest and the slaughter of the Turks to the Armenians in the First World War.
In Arteni I fill my bottles of water from a tank truck driving around the whole area. An Ukrainian trucker is taking a shower with a Russian water tank truck. Why are they here and what is the Russian doing here? I’ll tell you later.
At an almost fired gas pump I am taking a picture of an ancient combine harvester, a man comes and asks me around. He invites me and his friends to watermelon and bread. Exquisit! They are astonished at my journey and my total distance of nearly 16,000 kilometers. What am I going to do with gasoline? I fill my Polaris Optifuel gas bottle free of charge. After the village, I find a remote spot with a view of the Arteniberg, Mount Aragat (Yerewan mountain 4090m), but covered in clouds and Mount Ararat (5137m), which is completely in Turkey (formerly it belonged to Armenia).

Various monasteries

The car driver horns most in the cities, which is sometimes deafening. Either I get deaf or with the nerves at the end coming home. But there are always new or exciting things to see, where many people live. Like the butcher who pulls a fur over the ears on the sidewalk. In a small enclosure, the frightened, still alive sheep wait for their useless death. Besides, four women bake very thin armenian loaves in a bakery. I get a tasting bag.
At the most famous monastery of Armenia (Khor-Virap Monastery), just in front of the Turkish border and the beautiful Mount Ararat, I meet two Swiss who are on a Christian mission. They build training houses in Yerevan, the capital of Armenia. It is nice to speak Swiss-German again.
Now the thing with the Russian military I go the next morning, when they still politely ask me to keep a distance of at least 50 meters from the border. They warn twice, the third time they will shot sharply! They guard the Armenian border with Turkey. Their task is to guard the airspace, as the Armenian military does not have the necessary financial resources for combat aircraft. Armenia is not eating good cherries with Turkey and Azerbaijan. From different sources I learn that the Azerbaijanis are very feared. Every day there are injured or even dead people on the Armenian side. Azerbaijan only wants to interpret this: „Good morning, folks! We’re still here, do not forget us! „Peng, and once again an Armenian 18-year-old soldier, who clumsily walks around is dead. They have good relations with Iran and Russia, especially Russia is a close ally. The gas comes from Iran. With Georgia they aren’t in a good mood, although the transfer route to the Black Sea is enormously important.
Through various orchards it leads me again to higher reaches to the next monastery. A peasant gives me a few peaches. The Monastery Geghard is located in the Khosrov Reserve where there are rare animal and plant species to be discovered. I especially like it because it is ancient and dark, as in a medieval film.

Yerevan

In Yerewan (capital) I can live with Viktoria, a friend of our mutual friend Maryallash, whom I met in Batumi, Georgia. She works as an actress in a theater. Your idol is my dearest uncle, Bernie Schürch, who has raised the famous theater Mummenschanz with two others. She lived in Switzerland for 25 years, but she got divorced because her theater life is better in Armenia, although she deserves practically nothing here.
While waiting for better weather, I take the time to look around the city and learn about other things from Armenia. Like, for example, all the cops do not wear any weapons! They were forbidden because in a mass demonstration, policemen shot into the crowd and there were several dead. Hard to believe in Armenia there are speed cameras. If the top speed is ignored, you will be paid with 5000 dram (10 Euro). Also the pedestrians who walk like chickens over the streets are forgiven. For an underpass, they offer the Green Card. The free ticket going to United States of America. The Cascade is the most interesting sight in the city. A high-quality construction with many steps. On each platform, figures and statues are exhibited or have a fountain adorned with plants. It was unfortunately (still) not finished, because its architect died and no investor to be found.

Over the mountains to the border of Iran

Thursday, punctually at half past eleven o’clock, there are three touring cyclists. A New Zealander, a Frenchman and a Swiss man. Together, we ride only for one day. Because they are uphill faster than me (less luggage), I start early in the morning and do not see them all day long.
It is cold, cloudy. I see the sun to Iran rarely. At the first camp I find for us reunited travelers, a nice place in a garden. We are provided with Tschai (black tea) and dried peaches (misleading !!). The Swiss Vittoria comes to the fore in the dark. We have already met in front of the Iranian Consulate in Georgia. She knows me as she has worked at the Transa store in Zurich on Saturday and I am a regular customer.
Overall, there are four slopes, some of which are brutal. The first one begins after 70 day kilometers, in the evening it is 110Km. The second I ride with short pants, but 5Km before the pass, the wind sweeps over the ridges and let me put on quite a lot. Above most thick fog prevails, except at the last. As it is snowed on the 4th day, we cut off the route with the longest cable car in the world. It facilitates a steep descent and an ascending ascent to the monastery of Tatev. The cable car is of course Swiss-made. Frozen from the previous descent, I am spoiled by mother and daughter with hot tea and sugar-inserted apricots. The daughter runs a small information center with café, next to the station, where the monastry stays. The shower does not work unfortunately, so I get for free a hot bucket full of water and will be invited after my dinner to another menu. My tent, which is under the roof is still wet, because of the ultra-fog. Sight, no 10 meters!
The following day, I can still have a look at the monastery of Tatev, since the clouds are a bit higher. On a once asphalted road it is about as slow down as I would push the bike. The convulsions in my finger I can relax at the right moment, with an invitation of two Armenians. Standing stiff we eat their picnic together.
Kapan is a miserable spot that has been created because of the surrounding copper mines. Huge residential blocks with countless clotheslines that sneak from one ugly block to the other. The last pass goes again over 2500 meters, until I am pushed directly in front of the Iranian border on only 500 meters. This time I distance myself at least 50 meters from the border. I look around again before I sneak away from the street to my last camp in Armenia.

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